Die Projektwoche alle zwei Jahre in der letzten Woche vor den Sommerferien ist ein fester Bestandteil jeder Schullaufbahn an unserer Schule.
Jede Projektwoche läuft unter einem neuen Motto, unter dem sich die Lehrkräfte alleine oder in Teams Projekte ausdenken, mit denen sie die Schüler:innen so kurz vor den großen Ferien noch bereichern wollen. Das diesjährige Motto lautet „Kreativität — Mach dein Ding!“. Kreativität soll hier einen großen Stellenwert haben und die gesamte Schulgemeinschaft dazu anregen, sich von schulischen Normen zu lösen und einmal etwas Neues auszuprobieren.
Die Projektwoche ist somit sinnvoll und total toll! Schüler:innen arbeiten leidenschaftlich an ihren Projekten und sind mit vollem Herzblut bei der Sache, die Idee ihres Projektes umzusetzen. Sie sind begeistert von der Auswahl der Projekte, die ihnen gestellt wurde und sind überzeugt davon, dass die Projektwoche Spaß macht.
Das sagen zumindest einzelne Schüler:innen, die während der Projektwoche befragt wurden.
Betrachtet man das große Gesamtbild, fällt jedoch sehr schnell auf, dass einige Schüler:innen nicht so überzeugt von der Projektwoche sind.
Die Demotivation, die in dieser Woche in unserer Schule umher wabert, lässt sich vielleicht nicht immer greifen, aber möglicherweise damit begreifen, dass schon beim Planen der Woche die Meinung der Schüler:innen in kaum einer Art und Weise berücksichtigt wurde. Die Lehrer:innen überlegten sich die Projekte und nur vereinzelt zogen Lehrer:innen beim Austüfteln Schüler:innen mit ins Boot.
Doch eigentlich läuft die Projektwoche viel mehr unter dem Moment „Mach das Ding deiner Lehrer!“
Es wäre doch viel bereichernder für die gesamte Schulgemeinschaft, wenn in der Projektwoche Schüler:innen und Lehrer:innen Hand in Hand gingen und wirklich zusammenarbeiten würden.
Vielleicht wäre das für unsere Schule aber auch einfach zu schülernah? Dann gäbe es ja Projekte, die sich vielleicht nicht als pädagogisch wertvoll und mehrwertbringend auf Instagram posten lassen könnten.
Weiter geht es bei der Wahl der Projekte.
Wir alle verstehen, dass die Organisation einer solchen Woche mit so vielen Schüler:innen, wie sie an unserer Schule sind, nicht gerade einfach und unkompliziert ist. Jeden dann einfach vier Projekte auswählen lassen und jedem eines dieser vier ausgewählten Projekte zu geben, ist das, was organisatorisch am einfachsten ist. Es ist mehr als nur nachvollziehbar, dass es so gehandhabt wurde. Einige Schüler:innen geben auch an, dass es genug Auswahl gab, um sich vier gute Projekte zu wünschen oder dass jeder halt selber dafür verantwortlich sei, sich für vier ansprechende Projekte zu entscheiden.
Dennoch ist es schade, dass uns Schüler:innen keine Möglichkeit einer Priorisierung der Projekte bei der Wahl gegeben wurde.
Aus Gesprächen mit den Schüler:innen lässt sich unschwer heraushören, dass ihnen Erst-, Zweit- und Drittwünsche bei der Wahl gefehlt haben und viele zwar in einem Projekt gelandet sind, das sie bei den vier Projekten, die angegeben werden mussten, genannt hatten, es sich bei dem zugeteilten Projekt aber um das Projekt handelt, in dem sie am liebsten nicht gelandet wären. Oder es ein Projekt ist, dass sie gewählt haben, weil sie irgendwie auf vier Wahlmöglichkeiten kommen mussten.
Mit Sicherheit wären mehr Schüler:innen motivierter bei der Sache, wenn sie bei ihrem Erst- oder zumindest Zweitwunsch gelandet wären.
Vielleicht wäre es eine Idee für die Zukunft, die Projektwoche so zu gestalten, dass Schüler:innen wenigstens teilweise in Entscheidungen miteinbezogen werden und mehr Möglichkeiten haben, sich in ihr Wunschprojekt einzuwählen, dann wäre die Projektwoche vielleicht auch ein wenig mehr unser Ding.
Zumindest wäre das ein Schritt in die richtige Richtung. Doch wer weiß, vielleicht hat die Schule einfach noch zu wenig Mut, damit gegebenenfalls auch stolpern zu können.
Maja (Q1)