Laut §45 Absatz 3 des Schulgesetzes in NRW haben „die Schülerinnen und Schüler […] das Recht, Schülerzeitungen herauszugeben und auf dem Schulgrundstück zu verbreiten“. Schülerzeitungen seien „Zeitungen, die von Schülerinnen und Schülern einer oder mehrerer Schulen für deren Schülerschaft herausgegeben werden“. Sie unterlägen nicht „der Verantwortung der Schule“. „Herausgabe und Vertrieb der Schülerzeitung bedürfen keiner Genehmigung. Eine Zensur findet nicht statt.“
Doch dieses Gesetz wird möglicherweise von einigen Lehrkräften an unserer Schule entweder nicht einmal wahrgenommen oder sogar gekonnt ignoriert.
Wir als Schülerzeitung haben ein Recht und zwar das Recht der Pressefreiheit und von diesem machen wir im Rahmen der Projektwoche auch Gebrauch. Wir haben das Recht, unsere Meinung zu äußern und zu schreiben, was wir sehen, nicht wie andere es gerne sehen würden. Ebenfalls dürfen wir die Aussagen von interviewten Schüler:innen in unsere Artikel einfließen lassen. In diesem Fall dienen wir stets nur als Überbringer der Nachricht, weshalb es keineswegs vertretbar ist, dafür von einigen wenigen Lehrkräften angegangen zu werden.
Doch dies ist leider passiert.
Wir als Schülerzeitung sind höflich vorgegangen. Deswegen haben wir einigen Lehrkräften den Artikel vor der Veröffentlichung gezeigt, um ihnen ein ‚heads up‘ zu geben. Dies wurde jedoch von manchen Lehrer:innen falsch verstanden, sodass sie Artikel so umformulieren wollten, dass diese ihrer Meinung entsprechen. Teilweise wollten sie Sätze aus den Artikeln streichen, benutzten künstliche Intelligenz, um einen Text komplett umzuformulieren, warfen Schüler:innen vor, dass sie keine richtigen Begründungen liefern würden, ohne diese selber (laut eigener Aussage, aufgrund mangelnder Zeit) zu nennen, oder brachten Schüler:innen sogar durch ihre harschen und unfreundlichen Reaktionen zum Weinen.
Wir als Schülerzeitung finden das Verhalten dieser Lehrkräfte, die keine Kritik aufnehmen und keine anderen Meinungen der Schüler:innen akzeptieren können, wenig hilfreich und eher sogar enttäuschend. Lehrkräfte sollten ihre Position nicht ausnutzen und uns in solchen Situationen auf Augenhöhe begegnen können.
Daher appellieren wir an alle Lehrkräfte und uns Schüler:innen, uns gegenseitig ernst zu nehmen und zu unterstützen, anstatt uns daran zu hindern, Kritik zu äußern und eigene Meinungen zu formulieren und zu entwickeln.
Wir hoffen, dass die Aussagen, Meinungen und auch kritischen Betrachtungen in diesem Artikel und in allen anderen Artikeln, die von der Schülerzeitung verfasst wurden, von allen Lesenden mit Interesse auf- und angenommen werden und möglicherweise auch zum Nachdenken bzw. Überdenken des eigenen Tuns, der eigenen Haltung anregen.
– das gesamte Redaktionsteam –